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Wie sieht das Japan der Zukunft aus?

Für das Japan von morgen: Der Philosoph Takashi Uchiyama

Gerade unsere „Epoche der Furcht“ braucht Solidarität

Das Erdbeben von Ostjapan hat nicht nur immense Schäden angerichtet, sondern auch die Gefahr der radioaktiven Verseuchung durch einen Reaktorunfall, welche unsere moderne Zivilisation in sich birgt, vor Augen geführt. Zwar haben wir das Gespräch mit dem scharfsinnigen Philosophen Takashi Uchiyama, der in einem Bergdorf bei Feldarbeit und Waldspaziergängen das Nachdenken pflegt, noch vor dem Erdbeben geführt. Schon damals wies er jedoch auf die unbeschreibliche Angst hin, die das Leben in einem gigantischen System den modernen Japanern bereite und zeigte als Ausweg die Notwendigkeit von „Solidarität“ und „Zusammenwirken“ auf. Das Gespräch führte Natsuki Honya von der japanischen Tageszeitung Mainichi Shinbun.

In Ihrem Buch „Die Epoche der Furcht“ schreiben Sie „das, was die Grundlage unserer Epoche bildet ist für mich mit dem Beigeschmack des Scheiterns verbunden“…

Uchiyama: Jeder merkt, dass es mit unserer Gesellschaft insgesamt nicht weitergehen kann wie bisher. Die Staatsschulden belaufen sich auf eine Billiarde Yen und man fragt sich langsam, ob dass nicht zum Bankrott führen wird. Aber was tun? Weil diese Frage niemand beantworten kann und nur die Angst zunimmt, leben wir in einer „Epoche der Furcht“.

Warum wissen wir die Antwort nicht?

Weil das System, in dem wir uns befinden, und aus dem wir nicht entkommen können, uns die Sicht auf unsere Lage versperrt. Zwar droht der Staatsbankrott, aber deshalb wird kaum jemand bereitwillig auf die Hälfte seiner Rente verzichten und auch eine Anhebung der Mehrwertsteuer stößt auf Widerstände. Wir mögen die prekäre Beschäftigung für unmenschlich halten aber wir leben in einem System, in dem das Lohnniveau der Festangestellten gehalten werden kann, weil es die prekären Arbeitnehmer gibt. Wir sind in einem Teufelskreis gefangen, da wir das System, dessen Fehler wir wahrnehmen, um jeden Preis aufrecht erhalten müssen, und das erfüllt uns mit Furcht.

Für Japan beginnt die Zeit des Schrumpfens.

Uchiyama: Weltweit betrachtet ist die Zeit der Vereinnahmung des Reichtums durch die Industriestaaten vorbei – Schwellenländer wie China oder Indien sind auf dem Vormarsch. Diese Länder tragen zwar auch Widersprüche in sich, aber die Welt scheint auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit zu sein. Für die Industrieländer ist das eine bittere Erfahrung. Die USA haben daher versucht mit geistigen Dienstleistungen Profit zu machen, aber dann ist die Finanzbranche außer Rand und Band geraten und hat die Krise heraufbeschworen. Trotzdem versuchen sie nun wieder mit ähnlichen Finanzprodukten Geld zu verdienen. Etwas anderes bleibt ihnen nicht.

Mit dem Aufstieg der Schwellenländer ist jedoch der Wettbewerb härter geworden. Um die Produktionskosten zu senken wurden Löhne gekürzt und feste Beschäftigungsverhältnisse aufgebrochen. Dadurch können die Unternehmen wachsen, während sich gleichzeitig die Löhne und die Arbeitsverhältnisse verschlechtern. Mittlerweile sind 50% der jungen Arbeitnehmer prekär beschäftigt und 20% der Rentner sind verarmt, da ihr Einkommen unter dem Sozialhilfesatz liegt. Man sagt, dass junge Leute keine Autos mehr kaufen. Mag sein, dass junge Menschen heute vernünftiger sind. Aber da für sie keine Aussicht besteht, später einmal eines kaufen zu können, fehlt ihnen die Perspektive. Früher konnte man leichter verzichten, weil man wusste, dass es vorübergehend war. Den jungen Menschen in ihren unsicheren Arbeitsverhältnissen fehlt diese Gewissheit.

Es heißt, nicht nur Japan, sondern der Kapitalismus insgesamt befinde sich in einer Sackgasse.

Uchiyama: Früher schien der Sozialismus eine Alternative zum Kapitalismus zu sein. Heutzutage setzt mit wenigen Ausnahmen niemand mehr Hoffnungen in den Sozialismus. Daher haben die Menschen gezwungenermaßen das Gefühl, in einer Sackgasse zu sein.

Japans Fähigkeit, sich einer solchen Situation anzupassen, hat darunter gelitten, dass mit dem Wachstum der Wirtschaft die Gesellschaft vollkommen individualistisch geworden ist. In den modernen Bürgergesellschaften Europas bildet der Individualismus zwar die Grundlage, es existiert jedoch auch ein Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Handwerksberufe wie es im deutschen Meister-System zum Ausdruck kommt. Die Gemeinschaft der Arbeiter im Sinne des Klassenbegriffes besteht weiterhin. Auch der Familien- und Sippenzusammenhalt ist stark. In Japan jedoch wurden ab der Meiji-Zeit und insbesondere im Zuge des Wirtschaftswunders der Nachkriegszeit die Gemeinschaftsstrukturen aufgelöst und die Unternehmen als neue Lebensgemeinschaften traten an ihre Stelle. Auch die Familien der Arbeitnehmer wurden über die Krankenversicherung oder durch Firmensportfeste mit einbezogen. Aber wenn man die Firma verlässt bleibt davon nichts.

Uchiyama: Die Zugehörigkeit zur Firma endet mit der Rente. Dann ist man kein Mitglied einer Gemeinschaft mehr. Durch einen zunehmenden Marktfundamentalismus haben die Unternehmen außerdem ihre gemeinschaftliche Seite verloren. Ein prekär Beschäftigter ist nicht mehr Teil einer Gemeinschaft. Wir sind in eine Gesellschaft verstreuter Individuen hineingeworfen und das Leben besteht nur noch daraus, die Realität hinzunehmen.

Was hat zur Auflösung der Gemeinschaftsstrukturen geführt?

Uchiyama: Für die „reiches Land, starkes Heer“-Politik der Meiji-Zeit und das Wirtschaftswunder nach dem Krieg musste man Staatsbürger und Industriekrieger heranzüchten. Das ging wohl leichter durch das Herauslösen aus der Gemeinschaft. Ich habe einmal die „Lieder des Kultusministeriums“ untersucht. Das berühmte Lied Heimat handelt vom Zurücklassen der Heimat. Dort wird das entschlossene Verlassen der Heimat besungen. Unter diesen Liedern, die man den Grundschulkindern beibrachte, handelt kein einziges davon wie jemand eines Tages in seine Heimat zurückkehrt um für sein Dorf zu leben. Tatsuyuki Takano, der den Text von Heimat geschrieben hat, stammte aus dem Dorf Toyoda (das heute zur Stadt Nakano gehört) und war Professor an der Tokioter Universität der Künste. Nachdem er berühmt geworden war empfing man ihn seiner Heimat mit einem Festumzug, aber er blieb dort nur drei Tage.

Nicht nur auf den Dörfern, auch in der Stadt findet ein Verfall statt.

Uchiyama: Diesen Verfall beobachtet man derzeit auf dem Land ebenso wie in der Stadt. In der Zeit des Wirtschaftswunders sind die jungen Leute aus dem Dörfern zum Arbeiten in die Städte gezogen. Diese Stadtbevölkerung ist nun überaltert. Zwar gibt es auch lebendige Orte, aber insgesamt haben wir es mit einem Niedergang zu tun.

Gerade deswegen kommt der Solidarität und dem Zusammenwirken von Land und Stadt eine große Bedeutung zu. Die Landwirtschaft funktioniert nur wenn die Städter die Agrarprodukte kaufen. Aber während früher der Handel die Produktion angetrieben hat, verderben heute die großen Supermärkte die Preise und damit die Produktion. Die Produkte werden so billig angeboten, dass man sich fragt, ob die Verbraucher so niedrige Preise überhaupt wollen. Hier handelt es sich um eine unfaire Praxis des Handels, die unterbunden werden sollte.

Sie sprechen von der Wichtigkeit des „gegenseitigen Nachgebens“.

Uchiyama: Dieses „gegenseitige Nachgeben“ (oriai) wird als Kompromissbereitschaft verstanden, ursprünglich hatte das (japanische) Wort jedoch die Bedeutung „Zusammensein“, also ein gemeinsames Sein. Meines Erachtens hat die Erziehung der Nachkriegszeit den Fehler gemacht, ein „auf sich selbst Acht geben“ zu lehren. „Lebe für dich selbst“ hieß es auch. Bei Licht besehen hat das mit Achtsamkeit wenig zu tun sondern mit Selbstbehauptung. Ich finde es eher wichtig das „auf den Anderen Acht geben“ zu lehren. Anders gesagt „lebe für den Anderen“. In Japan ist in diesem „Anderen“ auch die Natur mit inbegriffen. Das entspricht dem buddhistischen Gedanken des „hilf anderen, dann hilfst du dir selbst“.
Altruismus ist zu einem Modewort der Jugend geworden. Auch in Frauenzeitschriften findet man Überschriften wie „altruistisch leben“. Die Generation, die nach dem Platzen der Wirtschaftsblase groß geworden ist, hat die Zeit des Schrumpfens bereits erlebt. Sie merkt langsam, dass man glücklich wird, indem man nicht für sich selbst sondern füreinander lebt. Sie glaubt der Elterngeneration nicht mehr, die ihr beigebracht hat „gib auf dich selbst Acht“.

Die Veränderung beginnt also bei der jungen Generation?

Uchiyama: Die jungen Menschen lassen Worte wieder aufleben, die wir in Japan schon völlig vergessen hatten und das ist äußerst interessant. Einige beklagen, dass es der Jugend an Ehrgeiz mangele und viel weniger Studenten ins Ausland gingen. Tatsächlich gehen nur weniger wie früher zum Studium nach Amerika. Junge Leute, die sich z.B. in ein Dorf in Bangladesch aufmachen um den Austausch mit den Menschen vor Ort zu suchen tauchen in der Statistik nicht auf, weil sie nicht von einer Universität entsandt werden. Das zeigt nur, dass immer weniger junge Menschen einen Sinn darin sehen, in den USA, der Hochburg des Egoismus, Finanzwissenschaften zu studieren. aufmachen um den Austausch mit den Menschen vor Ort

Wie kann Japan die Krisensituation überwinden?

Uchiyama: Japan muss sich zunächst mit den dringenden Problemen wie der Prekarität oder dem Nachwuchsmangel in der Landwirtschaft auseinandersetzen. Gleichzeitig ist ein Nachdenken über grundlegenden Fragen wie „Was ist ein Staat“, „Was ist Wirtschaft“, „Was ist Arbeit“ angesagt. Dieses Denken gehört einer ganz anderen Dimension an und wir kommen dabei vielleicht zu unterschiedlichen Schlüssen. Aber einen Hinweis auf die Zukunft finden wir nur, wenn wir die Vergangenheit neu betrachten. Wir können nicht dahin zurückkehren, aber wir können sicherlich Hinweise finden.

Bild: © Stanislav Komogorov | Dreamstime.com


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