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Kleinkredit aus Afrika: Burkina Fasos „Microfinance Plus“

Lallé Coulibaly, der Gründer von Microfinance Plus: „Wir möchten uns am Kredit- und Sparwesen beteiligen.“

Es gibt ein neues Projektes namens „Microfinance Plus“ in Burkina Faso und es ist das Werk von Lallé Couliably, früherer Angestellter in Führungsposition der staatlichen Zentralbank in Westafrika (BCEAO).

Die erste Filiale wurde in Banfora eröffnet und „Microfinance Plus“ hat das Ziel, mit einer anderen Kreditkultur in Richtung Sparen, Investitionen und Produktion aktiv gegen die Armut zu kämpfen. In diesem Sinne ist der Gründer Lallé Couliably sehr zuversichtlich, im ländlichen Gebiet erfolgreich zu sein.

Wie ist die Idee, diese Mikrofinanzierungsinstitution zu gründen, geboren worden?

Lallé Coulibaly (L.C.) : Dieses Projekt kam nach langen Überlegungen, die ich bereits begann, als ich noch bei der Bank tätig war. Anfang der 80er Jahre wurde mehr und mehr bewusst, dass ein Teil der Bevölkerung keinen Zugang zum klassischen Bankensystem hatte. Es musste daher entgegengewirkt werden. In UEMOA, in Burkina Faso, hat man daher mit einer Dezentralisierung des Finanzwesens begonnen, um andere Alternativen in diesem Bereich zu schaffen. Diese neuen, unterschiedlichen Strukturen haben sicherlich etwas gebracht, aber oft wurde nur ein einziger Aspekt in Betracht gezogen.

Man dachte, es würde reichen, externe Finanzierungsmittel zu finden, um die Bedürfnisse jener zu decken, die vom Bankensystem ausgeschlossen waren. Dabei wurde aber darauf vergessen, dass diese Personen auch Sparen wollten.

Wenn dieser Aspekt berücksichtigt worden wäre, wäre damit eine Verbindung zwischen dem klassischen Finanzsystem und diesem neuen System geschaffen worden. Es ist ein Fehler, das Sparen in ländlichen Gebieten einfach auszuschließen. Eigentlich besitzen die Leute am Land viel Kapital zum Ansparen, oft aber auch in materieller Form (Getreide, Tiere etc.). Diese Ansparungen werden aber durch Zeremonien wie Hochzeiten oder Begräbnisse zerstört. Viele Wirtschaftswissenschaftler nennen das „Die Wirtschaft der Zerstörung“, das heißt, ansammeln um zu zerstören. Zudem gibt es aber auch angespartes Geld.

Aber wie denken Sie, dass jemand ansparen kann, wenn er nicht die Möglichkeit erhält, das Ganze in einer gewissen Finanzstruktur zu machen?

Aus diesen Gründen wurde „Microfinance Plus“ gegründet. Die erste Filiale befindet sich in Banfora, um die Region Cascades abzudecken. Studien haben nämlich ergeben, dass es in dieser Region nur 4 Bankfilialen gibt. Das heißt, es wären 240 000 Einwohner pro Bankschalter. Es gibt nur alle 300 km eine Bank. Es musste auch daran gearbeitet werden, dass es eine Verbindung zwischen Mikrokrediten und dem klassischen Banksystem gibt. Außer den Ansparungen, die die Banken in der Stadt sammeln, gibt es jenes Sparkapital, das in den ländlichen Regionen „schläft“. Der Zugang zu diesem Kapital ist schwierig für die Banken.

Hat die Erschaffung der Banque régionale de solidarité (BRS) durch das BCEAO eine Verbesserung für die Mittellosen gebracht?

Die BRS war eine Idee des alten Präsidenten des BCEAO, Charles Konan Banny. Die BRS wollte den Menschen in den ländlichen Gebieten sowie jungen Akademikern bei ihren Projekten helfen. Und auch allen anderen, die nicht die Garantien vorweisen können, die die Banken benötigen, um eine Finanzierung zu genehmigen. Banny hat somit den weniger Vermögenden die Möglichkeit einer Finanzierung gegeben. Sie wollten sich an der Verringerung der Armut und der Förderung der selbstständigen Arbeit beteiligen.

Was ist Ihre Vision?

Wir möchten eine andere Art der Mikrofinanzierung machen, daher nennen wir uns auch „Microfinance Plus“. Für uns ist eine Person im ländlichen Raum kein Bauer oder Viehzüchter sondern ein ländlicher Unternehmer. Das heißt, wir finanzieren Personen, die Landwirtschaft, Fischerei, Rinderzucht und handwerkliche Produktion betreiben möchten.

Zudem möchten wir auch mittelfristige Finanzierungen schaffen. Um das zu verwirklichen, benötigen wir Kapitalgeber, die dazu bereit sind, einzusteigen. Wir möchten mit allen möglichen Finanzstrukturen Geschäftsbeziehungen aufbauen, die Interesse an diesen Mikrokrediten zeigen. Die ersten Verhandlungen und Gespräche sind erfolgsversprechend. Auch die Anzahl der eröffneten Konten ist zufriedenstellend. Unsere monatliche Prognose wurde übertroffen.

Was machen Sie, um das Vertrauen Ihrer Kunden zu gewinnen und zu verdienen?

Wie bereits erwähnt, betrachten wir die Personen aus den ländlichen Gebieten als ländliche Unternehmer, eine nicht alltägliche Anschauungsweise. Ein Unternehmer muss wissen, was ein Ertragskonto oder ein Kredit ist und muss über seine finanziellen Bedürfnisse Bescheid wissen. Wir setzen einen Schwerpunkt auf das Sparen. Wir sind davon überzeugt, dass es im ländlichen Raum Ansparungspotential gibt. Oft sind es unglaubliche Summen, die zufällig nach dem Verschwinden des Eigentümers auftauchen. Wir möchten daher den Menschen die Möglichkeit geben zu sparen.

Welche Arten von Konten schlagen Sie Ihren Klienten vor und welche sind die Konditionen für das Eröffnen eines Kontos?

Wir empfangen hier jeden Menschen. Bei uns kann man auch ein Konto mit 500F eröffnen. Von den Konten an sich gibt es eigentlich viele verschiedene Arten.

Ihr Projekt wurde inmitten der internationalen Finanzkrisen erschaffen. Könnte Ihr Projekt ein Gegenmittel gegen das Absinken des Finanzsektors sein?

Die aktuelle Finanzkrise ist eigentlich eine Vertrauenskrise, wobei hier jeder seine eigene Ansicht dazu hat. Aber die Krise hat sicher seine Auswirkungen in der Wirtschaft: die mögliche Verringerung der öffentlichen Entwicklungshilfe, der Fall der Rohstoffpreise etc. Aber das Schlechte hat auch etwas Gutes. Die Krise wird sicher dazu führen, dass wir regionale Lösungen finden, besonders im Bereich der Rohstoffe wie z.B. der Baumwolle. Eine solche Situation sollte die Produktion erhöhen. Die Produzenten benötigen Finanzierungen, um die Industrie verbessern zu können. Aber wie Sie wissen interessiert die meisten Banken die ländliche Finanzierung nicht. Das ist etwas, das die Mikrofinanzierungsinstitute interessiert.

Was man den Banken vorwirft ist, dass sie die Armen nicht unterstützen. Wie sehen Sie als ehemaliger Banker und heute Ausführer dieses Projektes diese Realität?

Im Bereich der Fonds sehe ich das aus Sicht der Banken. Aber bei uns ist die Qualität des Projektes wichtig. Wenn zum Beispiel jemand bei der Bananenproduktion unterstützt werden möchte, ist es für uns wichtig zu wissen, ob er Bananen produzieren kann, wem und wie viele er verkaufen wird etc. Wir gehen manchmal auch soweit nachzuforschen, ob der Verkauf der Produktion dafür reicht, seine Rechnungen zu begleichen. Wenn das nicht der Fall ist, sagen wir dem Kunden, dass die Aktivität, für die er Schulden aufnehmen möchte, nicht rentabel für ihn ist. Besonders wenn ihn das noch mehr in die Armut drängen wird anstatt seine soziale Position zu verbessern. In diesem Fall wären wir in der Mission nicht erfolgreich gewesen, unseren Kunden zu helfen, der Armut zu entkommen.

In diesem Kampf gegen die Armut- können Sie sich mit dem Träger des Nobelpreises der Wirtschaft, Muhammad Yunnus, identifizieren?

Wir können uns nicht mit diesem berühmten Mann vergleichen, der ein echtes Wahrzeichen ist. Wir sind damit zufrieden, den Menschen eine Finanzierung zu bieten. Wir möchten die Menschen nicht zu Sklaven und von uns abhängig machen. Man muss diese Ansicht endlich ändern. Wir schlagen den Menschen Finanzprodukte sowie nicht-finanzielle Produkte vor. Wir möchten vor allem den Menschen die Möglichkeit bieten, effektiv ansparen zu können. Es bringt nichts, jemandem einen Kredit zu gewähren, der keinen Plan dafür hat. Dank unserer Baumwollgesellschaften sind die Produzenten aber immer organisierter, was Vorteile für sie bringt.

Welche Projekte möchten Sie auf kurz- bzw. mittelfristig gesehen verwirklichen?

Nach der Filiale in Banfora, die bereits eröffnet wurde, möchten wir unsere Aktivitäten weiter in den Regionen Sindou, Niangoloko, Bérégadougou etc. ausbauen. Wir möchten auch in die Regionen Kénédougou, Houet oder Sourou einsteigen. In diesen Regionen besteht Bedarf nach Bankfilialen.

Was halten Sie von Finanzierungen, die jungen Menschen zur Förderung der Selbstständigkeit genehmigt werden?

Wir sind der Meinung, dass es nicht sicher ist, dass diese jungen Menschen fähig sind, ihre Schulden bezahlen können. Es ist wichtig, Programme zu entwickeln, die es erlauben, die Projekte der jungen Menschen zu verfolgen und somit abschätzen zu können, ob sie rentabel sind.

Bild: Jardach | Dreamstime.com


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