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Wie sich Mali durch sinnvolle Kredite zur afrikanischen Wirtschaftsmacht mausert

Die Erfolgsgeschichte des Pajm: Ein Kreditprojekt sorgt in Mali für grosse Begeisterung!

Frankreichs neuer Botschafter in Mali, Christian Rouer, dürfte recht stolz gewesen sein, als er am Freitag, den 17. Juni in der 130.000 Einwohner Metropole Ségou den Empfängern des Pajm Finanzierungsprojektes zugehört hat. Djiguiba Kéita, Minister der Jugend und des Sportes, war höchst erfreut über die Reaktion des Botschafters und verkündete mit stolzgeschwellter Brust: „Ich werde die Ausweitung dieses Programmes fordern.“ Aus gutem Grund.

Viele Menschen waren vor Ort. Darunter auch eine grosse Anzahl Prominenter. Unter anderem der Chef der Exekutive, der Präsident der Bank Banque Malienne de Solidarité, und auch der Vertreter der Fonds mit dem klingenden Titel „Auto-Renouvelable pour l’Emploi“ (Fare) sowie das Pajm-Projektteam. Pajm besteht aus drei Bereichen. Ein Teil wird „Jugend und Unternehmertum“ genannt. Es startete im Jahr 2008 und dauerte seither vier Jahre an. Das Projekt hat 2 Millionen Euro gekostet, und wurde beim 23. Gipfel zwischen Afrika und Frankreich in Bamako 2005 beschlossen.

Die Zahlen und Fakten

Das Ziel des Pajm Projektes war es 550 Jugendlichen die Gründung eines Unternehmens zu ermöglichen, und 300 Jugendliche finanziell zu unterstützen. Das Projekt hat Erfolg gezeigt: Zwei Drittel der finanzierten Unternehmen bestehen weiterhin und die Kosten wurden bereits zu 90% zurückgezahlt. Dies ist ein großer Erfolg, wenn man die sozialökonomische Situation in Mali kennt. Das Bankenteam meinte dazu: „Eine Zahl, die mehr als zufriedenstellend ist.“

Heute beträgt die Summe der Darlehen im Zuge dieses Projektes 510 000 000 Cfa. Im Mai 2011 sagten die Daten folgendes aus: „2.310 Akten wurden eingereicht, 555 Bewerber angenommen und 301 durch Kredite unterstützt.“ Das sind 13% der eingereichten Bewerbungen und 54% der Bewerber, die einen Kredit erhalten haben. Jede vierte Bewerbung wurde von einer Frau eingereicht. Von den aufgenommenen Bewerbern war jede Dritte eine Frau. Zwei Drittel dieser Frauen sind unter 30 Jahre alt, und ihre Projekte sind in der Regel billiger als jene der Männer.

Zwei Drittel der Kredite betragen weniger als 2 000 000 Cfa. Mehr als die Hälfte ging in den Handelsbereich, gefolgt vom Handwerk (30%), der Landwirtschaft (12%) und der Dienstleistungen (6%). Durchschnittlich schafften die Unternehmen zwei neue Arbeitsplätze.

Das ambitionierte Projekt wurde in ganz Mali realisiert, zwanzig davon im Bezirk Bamako. Man hat verschiedene Partner: Die Fare erhält das Geld der französischen Partner, und bürgt für das Projekt. Die BMS hält die Deckungsfonds der Fare. Der Minister der Jugend und des Sportes ist ebenfalls ein wichtiger Projektpartner, der sich um die Aktivitäten vor Ort kümmert. Diese Vertreter bilden gemeinsam den Kreditausschuss, über welchen die Fare den Vorsitz hat. Nach jedem Projektabschnitt trifft sich dieser Ausschuss, um Überblick über die Rückzahlung der Kredite zu gewinnen, und über eventuelle Schwierigkeiten der jungen Unternehmer zu sprechen.

Der Erfolg des Pajm wird drei Säulen zugeschrieben. Erstens hat keine Person einen Kredit erhalten, die vorher nicht in das Unternehmertum eingeschult wurde. Diese Schulung wird vom Projekt zur Verfügung gestellt. Sie stärkt das Selbstvertrauen des künftigen Unternehmers und ermöglicht es ihm, seine Stärken und Schwächen besser zu erkennen.

Zweitens werden die Unternehmer von einem Experten begleitet. Sie erhalten professionelle Hilfe bei der Wahl des Standortes, bei der Auszahlung des Kredites und der Verwendung des Geldes. Drittens, die Kredit Konditionen. Einlagen von 5% der Kredithöhe sind notwendig. Der Kredit wird für 24 Monate gewährt und die Zinsen betragen 10%. Das Pajm Projekt möchte ihre Kreditnehmer nicht abwürgen, es soll ihnen aber vermittelt werden, dass es sich um einen Kredit handelt und dies eine bedeutende und ernste Angelegenheit ist.

Die befragten Programmteilnehmer meinten, sie hätten vom Projekt gehört und sich sofort beworben. Jene die aufgenommen wurden, erhielten danach den Kredit.

Bisher hat das Pajm in der Region Ségou 78 Jugendliche zum Unternehmer ausgebildet. Es wurden dort 46 Projekte finanziert, und 83% der Projekte sind immer noch am Laufen. Es werden direkt 115 Personen beschäftigt und die Rückzahlungsrate beträgt 76%. Diesen Freitag konnte die Abordnung des Ministeriums nicht alle Projekte besichtigen und besuchte lediglich fünf Unternehmen.

Djiré Mamadou, 35 Jahre alt, verheiratet, kam aus einer Koranschule und leitet nun das Unternehmen Génie Informatique. Er musste eine Piroge kaufen und benötigte Geld zum Aufbau seines Unternehmens. Das Projekt stellte ihm 1 000 000 Cfa. zur Verfügung. „Ich habe vier Angestellte, die mich 5000 Cfa. täglich kosten. Täglich habe ich im Durchschnitt Einnahmen von 25 000 Cfa“, erklärte er.

Moussa Coulibaly: 36 Jahre, ein Kind, Fachhochschulabschluss in Informatik. Er ist bereits seit 8 Jahren im Informatikbereich tätig, und musste Ausrüstung anschaffen und einige Leistungen durchführen (Wartung, Installation der Netzwerke etc.). Das Projekt hat ihm 2 Millionen Cfa. gegeben. Heute hat er 3 technische Angestellte und hat sich im Markt der Region etabliert.

Souleymane Diallo: 35 Jahre, Single, Buchhaltungsabschluss, sieben Jahre Erfahrung im Kunstgewerbe. Das Projekt hat ihm 2 000 000 Cfa zur Verfügung gestellt, damit er Bilder und Dekorationsobjekte herstellen konnte. Allerdings hat das Unternehmen laut Pajm Schwierigkeiten. Der Grund dafür ist der Rückgang des Tourismus, und der Standort. Dieser wurde nicht ideal gewählt.

Assitan Diarra: 34 Jahre, ein Kind. Er bekam 1 759 000 Cfa des Projektes, um sein Restaurant in Schwung zu bringen. Nun verkauft er hundert Gerichte pro Tag. Er hat 3 Angestellte, und hofft dass der Minister der Jugend und des Sportes das nächste Mal mit dem französischen Botschafter bei ihm isst.

Bafin Traoré: 31 Jahre, 2 Kinder, Buchhaltungsabschluss, arbeitet in der Rinderzucht. Er hat 2 000 000 durch das Projekt erhalten, und hat diesen Betrag vollständig zurückgezahlt, und dafür noch einmal 3 555 000 Cfa erhalten. Er hat bereits mehr als dreihundert Rinder verkauft. Sechs Personen werden bei ihm beschäftigt. Seine Mutter ist sehr stolz auf ihn.

Djiguiba Keita, Minister der Jugend und des Sportes, verkündete vor versammelter Menge: „Wir haben verschiedenste Projekte besichtigt. Ich bin beeindruckt, was die Empfänger aus dem Projekt gemacht haben. Ich werde alles machen, damit das Projekt weiterläuft und erweitert wird.“

Christian Rouyer, der französische Botschafter, sprach: „Das Interesse dieses Besuches lag darin, die Resultate des Projektes zu sehen. Es wurden viele Arbeitsplätze geschaffen, mehr Familien können unterstützt werden. Ich wünsche mir, dass dieses Projekt weiterläuft und noch viel mehr junge Menschen erreicht. Und mit Mali als Partner, ist Frankreich bereit weiterhin an diesem Projekt mitzuarbeiten.“

Abschliessend muss man festhalten dass die Aussichten dieses Projektes aufgrund der bisherigen Leistungen sehr gut sind. Die Teilnehmer am Projekt sind bankfähig geworden, und haben sich als Unternehmer etabliert. Die Projektbetreiber verhandeln bereits mit der Fare bezüglich einer Erweiterung des Deckungsfonds. So dürfte Mali ein goldenes Zeitalter bevorstehen. Mali als künftige afrikanische Wirtschatsmacht? Warum nicht?

Bild: © Paulo Cruz | Dreamstime.com


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